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Theater «die Tonne» Laupen – Jahresbericht 2008/09
Auf das Ende der Saison 2007/08 waren zwei Rücktritte im Vorstand zu verzeichnen: Ursula Reber, unsere Gastspielverantwortliche, hat sich nach langen Jahren aus dem Vorstand zurückgezogen. Als erfahrene Programmfrau hat sie Saison für Saison dafür gesorgt, dass in der «Tonne» erstklassige Unterhaltung auf hohem Niveau zu sehen war und sorgte zum Schluss auch für eine optimale Einarbeitung ihrer Nachfolgerinnen. Neu im Vorstand durften wir Lilian Tschan begrüssen, die zusammen mit Silla Kamber neu für die Gastspiele verantwortlich ist. Der zweite Rücktritt ist erfreulicherweise nur ein kleiner: Auf die neue Saison hin übergab Marcel Reber das Präsidentenamt an Christian von Erlach. Er bleibt dem «Tonne»-Vorstand noch erhalten und steht als wichtige Stütze des Vereins nach wie vor zur Verfügung.
Im Bereich Technik/Infrastruktur konnten einige Lücken geschlossen werden: Besonders freuten wir uns darüber, dass Ruedi Gilgen die Betreuung des Technik-Fundus wieder übernimmt. Ausserdem konnte Daniel Rüeger als weiterer Lichttechniker gewonnen werden. Damit wird die technische Betreuung bei Gastspielen auf mehrere Schultern verteilt. Eine weitere erfreuliche Entwicklung des vergangenen Vereinsjahres ist die Tatsache, dass uns die Kirchgemeinde die Garderobe im Pfarrhaus zu sehr günstigen Konditionen zur Verfügung stellt.
2008 war für die «Tonne» wieder ein Freilichtjahr: In der malerischen Kulisse des Schlosshofs führte ein engagiertes Ensemble Jean Giraudoux’ modernes Märchen «Die Irre von Chaillot» auf. Marcel Reber hatte das Stück für die «Tonne» bearbeitet und inszeniert. Trotz unsicherer Wetterverhältnisse konnten fast alle Vorstellungen gespielt werden, und so durften wir uns über zahlreiches Publikum freuen. Erstmals kam bei dieser Produktion ein Sponsoringkonzept zur Anwendung. Dieses hat sich bewährt, und so konnte das finanzielle Risiko stark reduziert werden. Ebenso wurde erstmals der gastronomische Teil ausgelagert: Die Festwirtschaft wurde vom Team der Metzgerei Schaller, Bösingen, betrieben, was uns sehr entlastete.
Mit dem mittlerweile traditionellen Kleinkunsttag begann am 13. September die reguläre Saison 2008/09: In Zusammenarbeit mit dem Kino Laupen wurden Filme mit den Clowns Grock und Dimitri gezeigt. Umrahmt, erweitert und ergänzt wurden diese Aufnahmen durch den Bühnenauftritt von Stephan Dietrich. 64 Personen kamen ins Kino Laupen.
Am 18. Oktober gastierten mit Knuth und Tucek zwei Frauen in der «Tonne», die künftig zu den ganz Grossen der Kleinkunstszene gehören dürften. In ihrem Programm «Auch das noch!» stellten sie eine grandiose Mischung aus Theater, Kabarett und Heimatfilm vor. Das Publikum in der etwas mehr als halb vollen «Tonne» war restlos begeistert.
Esther Hasler präsentierte am 22. November ihr Chanson-Programm «Küss den Frosch!». Mit viel Witz bewies die Künstlerin, dass sie mehr ist als eine Klavier spielende Sängerin, was sich an den Reaktionen des Publikums ablesen liess. Die positive Tendenz bezüglich der Auslastung setzte sich fort, und der Keller war zu 76% ausgelastet.
Bereits im neuen Jahr genoss das «Tonne»-Publikum die Darbietung von Karin Wirthner und Andrej Togni in der Komödie «Offene Zweierbeziehung» von Franca Rame und Dario Fo. Die «Tonne» war zum ersten Mal in der Saison voll besetzt. Ein Faktor, der nicht unwesentlich dazu beitrug, waren die grossen Vorschauen im «Migros Magazin» und im «Sensetaler».
Es mag am Datum gelegen haben: «Babytalk» war am Freitag, den 13. Februar, das am schlechtesten besuchte Gastspiel der Saison. Nur 34 Tickets wurden verkauft. Die Zuschauerinnen und Zuschauer, die trotzdem in den «Tonne»-Keller fanden, erhielten amüsante Einblicke in das Gefühlsleben eines Paares, das sich mit der Frage des Kinder-Kriegens auseinander setzt.
Das «Tonne»-Spezial und die Eigeninszenierung standen ganz im Zeichen von Franz Hohler: Unter dem Titel «s’ Zauberschächteli» las der bekannte Autor und Kabarettist am 7. März 2009 in der ausverkauften Aula der Schule Laupen aus seinem «Grossen Buch» und begeisterte das Publikum mit seinen Kindergeschichten für Erwachsene. Ueli Remund dramatisierte die Hohler-Erzählung «Die Schenkung» für die «Tonne». Die Uraufführung fand im Saal des Restaurants «Drei Eidgenossen» in Bösingen statt. Franz Hohler war bei der Première am 24. April 2009 anwesend und äusserte sich äusserst positiv über die Umsetzung des «Tonne»-Ensembles. Bis zur Dernière am 16. Mai hatten knapp 1000 Zuschauer das Stück gesehen, und so darf auch «Die Schenkung» als erfolgreiche Eigeninszenierung gelten.
Die durchschnittliche Auslastung bei den Gastspielen betrug 75%, was als gutes Ergebnis gewertet werden kann. Das Freilichtspiel (72%) und die Eigeninszenierung (68%) lagen nur wenig hinter diesem Wert zurück, so dass die «Tonne» insgesamt auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken kann.
Christian von Erlach, Präsident «die Tonne» Laupen
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